Also, das ist ja mal ein echt cooles Buch. Denn es ist ein Buch, das einen in das ultimative Computer-Game bringt. Da braucht man gar nicht online zu sein, sondern nur das Buch zu lesen, um sich mit Monstern, geheimen Kräften und völlig verrückten Dingen auseinanderzusetzen. Gustav hat nicht nur einen bescheuerten Namen, er ist auch ein Loser. Na ja, niemand mag ihn wirklich, und seit sein bester Freund Wilhelm umgezogen ist, wird das Leben in der Schule nicht einfacher. Eines Tages kommt eine Neue: Ruby. Aber die ist noch eigenartiger und dann haben sich zwei Loser gefunden. Ruby lädt Gustav ein, mit ihr Deepworld zu spielen. Ein Online-Rollenspiel, das sich durch VR-Brillen und Sensoren am Körper wie die Wirklichkeit anfühlt. Nur in dieser Wirklichkeit gibt es Monster, Zauberer, Quests und wundersame Belohnungen. Das erste Mal kommen sich Ruby und Gustav etwas näher und so erfährt er von Rubys Bruder, der im Koma liegt. Doch Ruby erzählt ihm nicht die ganze Wahrheit, und als das Spiel sie beide plötzlich gefangenhält, versteht Gustav endlich, dass Rubys Bruder Luca wegen Deepworld krank wurde. Natürlich fragt er sich, ob er selbst nur Mittel zum Zweck ist und Ruby in Deepworld folgen sollte, um ihr auf der Suche nach Luca zu helfen. Koste es, was es wolle!
Ein echt tolles und spannendes Kinder- und Jugendbuch. Denn Deepworld ist wie ein Computerspiel, nur viel besser erzählt. Und es geht um Freundschaft, Liebe, Verlust und die Angst, nie dazuzugehören. Toll, ich werde Deepworld auf jeden Fall weiterschenken und weiß schon jetzt, dass die jungen Computerfreaks ihre Freude mit diesem Buch haben werden.
Auch als Erwachsener macht es Spaß, Kinderbücher zu lesen und dann seinen Kindern oder Enkelkindern die Bücher pointiert mit Gestik und Mimik vorzulesen. Die staunenden Augen und die Aufmerksamkeit der Kinder und Enkelkinder erfreuen einen doch selbst. Hilfreich ist so ein einfühlsames Buch mit seinen interessanten Themen. „Knallharte Steinzeit“ hat mich von der ersten Seite an begeistert und berührt. Rüdiger Bertram gelingt es, ein längst vergangenes Zeitalter so lebendig und greifbar zu machen, dass Kinder wie Erwachsene gleichermaßen mitgerissen werden. Die Figuren sind liebevoll gezeichnet und voller Charme – man spürt in jeder Zeile, wie viel Herzblut und Humor in dieser Geschichte stecken. Besonders berührt hat mich, wie die Hauptfiguren Krähe – ein Mädchen, frech mit rotem Wuschelkopf – und Wolf – ein Junge mit braunem, zerzaustem Haar und freiem Oberkörper – mit den Herausforderungen ihrer Zeit umgehen: Mit eigenen Überlegungen, Wagemut und einer guten Portion kindlicher Neugier führen sie uns durch das Leben in der Steinzeit.
»Diese Frau habe ich für mich erschaffen. Niemand kommt mit heiler Haut aus der eigenen Geschichte heraus. Ich habe es getan, um hierherzukommen, und es gibt nichts dagegen zu sagen. Absolut nichts. Habe ich gelogen? Habe ich Opfer gebracht? Habe ich betrogen? Natürlich habe ich das! Und hier bin ich. Ich kann tief in mich hineinblicken, aber könnt ihr es? Hier bin ich. Hier ist ein Mensch. Könnt ihr das akzeptieren?« Mit diesem Zitat fast am Ende des neuen Buchs ›Hinter dem Nebel‹ von Krimigroßmeister Christoffer Carlsson wird bereits viel über diese Geschichte erzählt. Es ist ein superber Krimi, ein Thriller, eine Lebensgeschichte und vielleicht irgendwie auch eine Biografie. Auf jeden Fall ist es aber mehr als nur ein spannender Kriminalroman. So ein Buch ist Literatur und diese von der besseren Art. Wenn Sie Christoffer Carlsson kennen, dann lesen Sie auch diesen Roman, denn der Autor wird mit den Jahren mit jedem seiner Bücher immer besser. Falls Sie ihn noch nicht kennen, fangen Sie unbedingt damit an, liebe Leser.
Ich selbst bin in einem Forsthaus aufgewachsen und habe dadurch einen Bezug zur Jagd. Meine Mutter hat das erlegte Wild bestens zubereitet. Vielleicht habe ich daher auch die Leidenschaft fürs Kochen entwickelt. Deshalb hat mich Harald Rüssels Wilde Zeiten Küche tief berührt. Das Buch ist weit mehr als eine bloße Sammlung von Rezepten – es ist ein liebevoll gestaltetes Zeugnis dafür, wie eng Naturverbundenheit und kulinarischer Genuss miteinander verknüpft sind. Die stimmungsvollen Bilder erinnern mich an eigene Erlebnisse im Wald: das frühe Licht, der Respekt vor dem Wild, die Dankbarkeit für jedes Tier, das sorgfältig verwertet wird. Doch habe ich mich auch gefragt: Meint Harald Rüssel den Titel „Wilde Zeiten Küche“ vielleicht zweideutig, ein Hinweis auf die neue Situation in seinem Betrieb? Harald Rüssel hat nämlich seine beiden Söhne Maximilian und Frederik, beide ausgebildete Konditoren und Köche, nach den Wanderjahren, in den heimischen Betrieb „Landhaus Rüssel St. Urban“ zurückgeholt. Dass die beiden eigene Ideen und Änderungen mitbringen, führt zu wilden Zeiten. Wie sagt Harald Rüssel selbst: Die Kraft der Jugend – Next Generation: Bleibt alles anders! Ich habe dabei sehr geschmunzelt. Den Stolz auf die beiden Söhne und ihre Ideen kann man auch herauslesen.
Zusätzlich lädt ein Button ein, dieses Buch zu nehmen, mit den Worten: „Ein ehrliches Kochbuch für alle, die es eilig haben – aber trotzdem gut essen wollen“. Den Einführungstext sollte man unbedingt lesen. Sehr aufschlussreich erzählt uns Simon Traver, wie es zu der Idee zu diesem Buch gekommen ist. Angetrieben von dem für ihn (und auch für mein Empfinden) nervigen Wort „Essen muss gesund sein!“ Simon Traver sagt: Gesund heißt doch nicht fad und langweilig. Gesund heißt doch nicht Kalorien zählen. Gesund ist, was zufrieden macht, und wenn ein Teller mit köstlicher Pasta ein Lächeln ins Gesicht zaubert, dann ist das genau richtig. Da Simon Traver sich seit 10 Jahren vegetarisch ernährt, hat er seine Rezepte ganz ohne Fleisch und Fisch kreiert. Meiner Meinung nach gehörte hierfür ein Hinweis auf das Cover. „Heute keine Zeit? Koch das!“ sind Rezepte, die schnell zuzubereiten sind, einfach zusammengestellt und köstlich schmecken. Wer hat denn schon immer Zeit oder Lust, Stunden in der Küche zu verbringen?
Obwohl ich recht gut war in Chemie, war das Periodensystem mit seinen damals nur 106 Elementen eine echte Herausforderung. Man muss sich das mal vorstellen: Wir haben damals die Gruppen und Perioden noch auswendig gelernt. Ist dadurch viel hängen geblieben? Nicht wirklich! Auch hatten wir damals noch nicht das Verständnis der quantenmechanischen Auswirkungen auf unser statisches Atommodell und die kinetische Wirkung der Elektronen. Aber dadurch ist das Periodensystem mit den Jahren eigentlich noch komplizierter geworden.
True Crime hat eine fast morbide Anziehung auf uns Menschen, und zwar für Personen aller Couleur und auch jeden Alters. Und es ist kein Phänomen, das mit CSI, New York, Las Vegas oder Miami in die Freizeitunterhaltung Einzug hielt. Bereits meine Oma saß beim Gläschen Kellergeister schon 1968 vor dem Fernsehen und sah sich Zimmermanns Aktenzeichen XY – ungelöst an. Als ich dann alt genug war, durfte ich auch mitschauen. Was dieses Buch gerade so spannend macht und sich von den vielen anderen Sachbüchern zu dem Thema unterscheidet, ist die Zeitspanne, von der Helmut Eigener redet. Es geht um Fälle, die in den Jahren von 1962 bis 2014 stattfanden und in denen er als Cold Case-Ermittler arbeitete. Nicht jeder Fall konnte gelöst werden, auch wenn er mehr als einmal aufgerollt wurde. Manche scheiterten trotz genügend Indizien an juristischen Fragen und in manchen der Fälle war der Mörder bereits verstorben. Manche Taten konnten aufgeklärt werden und den noch überlebenden Angehörigen konnte durch die Verhaftung des Täters endlich ein Abschluss gewährt werden. Anhand der beschriebenen Fälle und ihres Alters erklärt Helmut Eigner sehr anschaulich, wie sich die Forensik, die juristischen Verfahren und besonders durch den Einzug des Internets und der sozialen Netzwerke, sich die Ermittlungen der Kriminalbeamten und Kriminalbeamtinnen grundlegend verändert haben.
Ach, ich bin ja in meine Kindheit versetzt. Wer kennt sie nicht, die Buchstabensuppe? Eine kräftige Brühe, bei meiner Mutter immer mit Gemüsewürfeln und darin die Buchstabennudeln. Wir Kinder saßen immer vor unserer Suppe und jeder hat versucht, zuerst seinen Namen zu finden und dann andere Wörter zu bilden. Alle schön auf den Tellerrand gelegt und ganz zum Schluss genüsslich verspeist. Daraus ein Lese-Lernspiel zu machen, ist Lissa Lehmenkühler bestens gelungen, und Pe Grigo hat mit einer kindgerechten, lustigen Illustration wunderbar dazu beigetragen.