Och nein, ist dieses Buch wirklich schon zu Ende? Kennen Sie das, liebe Leser, ein Buch, von dem man sich wünscht, dass es immer so weitergeht! Zu solchen Büchern gehört „Methusalem kauft Artischocken“. Es ist eine fesselnde, bizarre und vor allem kluge Geschichte über einen einhundertdreiunddreißig Jahre alten Mann in Rom. Und ja, ich glaube, es braucht einen Italiener, um solch einen wunderbaren Roman zu schreiben. Marco Presta hat mit diesem Buch eine Jahrhundertgeschichte geschrieben, die nicht nur mit privaten und geschichtlichen Rückblicken verzaubert, sondern auch die heutige Gesellschaft scharf beobachtet. Mit viel Liebe und Geduld stattet er seinen alten Mann Enrico aus, mit Verantwortungsbewusstsein und Pflichtgefühl seinen Ispettore Gizzi, der sich im Laufe der Geschichte noch ganz anders entwickelt, und dann gibt es da Eunice. Bei der Haushälterin braucht es Zeit, sie zu durchschauen.
Aber egal, wie sehr Ihnen die einzelnen Charaktere gefallen, Sie werden an den Lippen von Enrico hängen und sich irgendwie wünschen, diesen Mann kennenzulernen. Auch wenn man kaum versteht, aber nur kaum, warum er so von der Welt gehasst wird.
Literarisch eine Praline, der Inhalt ist eine cremige Ganache aus einer wunderbaren Geschichte und der Blick auf die heutige Gesellschaft ist das Chili, welches dieses Buch abrundet. Probieren Sie diesen Roman und er wird Ihnen auf der Zunge zergehen!
Vor drei Tagen stellte ich bereits den Titel ›Eltern heisen Eltern weil sie Elter sind‹ vor. Heute möchte ich gerne auch noch dieses kleine Buch vorstellen. Es ist das gleiche Prinzip, der Kindermund erklärt die Welt mit hübschen Zeichnungen der Kleinsten. Auch dabei bleibt kein Auge trocken, denn allein, wenn Sie sich den Titel ansehen, wissen Sie, was ich meine. Die kleinformatigen Bücher sind gebunden und dafür, dass sie so viel Freude bereiten, haben sie einen erschwinglichen Preis. Ideale kleine Geschenke, falls Sie noch dringend etwas suchen.
Dies ist der Auftakt zu einer neuen Kinder- und Jugendbuchreihe von Fabian Lenk. Das Buch hat alles, was ein spannendes Jugendbuch ausmacht. Abenteuer, Magie, eine Kriminalgeschichte und der unverwüstliche Zusammenhalt von drei Geschwistern, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Als Yana, Yamon und Anouk ihren Onkel, Professor Klawitter, in ein Pharaonengrab im Tal der Könige begleiten, fällt ihnen eine alte Papyrusrolle in die Hand. Der Text scheint eine Art magische Formel zu sein, denn kaum hat Anouk sie ausgesprochen, verwandelt sie sich in eine Raubkatze. Bei erneutem Sprechen der Formel, ist sie wieder ein Mensch. Natürlich können die Zwillinge Yana und Yamon sich nicht zurückhalten und versuchen es ebenfalls. Yamon nimmt die Gestalt eines Hundes an, der Anubis, den Totengott, darstellt und Yana wird ein Falke wie der Kriegsgott Horus, während Anouk zur Katzengöttin Bastet wird. Überglücklich über ihre neuen großartigen Fähigkeiten, sich zu verwandeln, merken sie nicht, dass man sie in der Grabkammer belauscht hat. So hat auch der Verbrecher Dragor dieses Geheimnis entschlüsselt. Er jedoch verwandelt sich in hunderte kleiner Mistkäfer, die bei den alten Ägyptern als Skarabäus verehrt wurden. Aber was ein echter Krimineller ist, der kann sogar die Verwandlung zum Mistkäfer für seine Raubzüge verwenden. Nur hat er nicht mit seinen tierischen Gegnern gerechnet, die ihn durch ganz Kairo verfolgen, um den gestohlenen Schatz aus dem Museum wiederzubekommen.

Soeben habe ich Endzeit verschlungen. Es ist der vierte Teil der Ted Garner-Reihe. Auch wenn es ein Roman ist, kann man die reale Wirklichkeit herauslesen. Beeindruckt bin ich von der Geschichte wie auch von Frauke Buchholz, die durch ihre jahrelangen Aufenthalte in Kanada auch den Mut hatte, so ein brisantes Thema in ihrem Thriller aufzunehmen, um es uns so näherzubringen. Gerade in welcher Art und Weise Frauke Buchholz die Geschichte der First Nations in Kanada aufgreift und die unfassbare Vergangenheit in Kanada mit Unterdrückung, Rassismus und Zwangseingliederung aufdeckt. Wir erfahren erst in letzter Zeit über die Medien, wie der Landraub vonstatten ging und mit welcher Gewalt bis in die heutige Zeit mit den indigenen Völkern umgegangen wird.
Was für ein Mut, Romeo und Julia nach Ostfriesland zu verlegen! Jedes Kapitel wird mit einem Satz von William Shakespeare eröffnet. Na, abgeschrieben? Weit gefehlt! Von Elke Nansen kommt hier ein Kriminalroman, der mehr als einen bemerkenswerten Ablauf hat. Eine sehr gelungene Geschichte mit vielen Wendungen, Verwirrungen und nicht zu erwartenden Entwicklungen. Ich bewundere Elke Nansen, wie sie mit den Lesern spielt, sie in die Irre leitet und ein mehr als unerwartetes Ende ersinnt. Das Buch ist spannend und mitreißend, und ich verspreche es Ihnen, Sie legen den Roman nicht mehr aus der Hand, bis das traurige Ende von Roman und Jule zwischen Selbstmord oder doch Mord aufgeklärt ist. Das Buch ist wirklich lesenswert und im Vergleich mit den bekannten Krimiautoren ist dieser Roman von Elke Nansen, mal auf Französisch gesagt: „extraordinaire“!
Ein Kinderbuch von Ferdinand von Schirach?, dachte ich mir und habe es erst einmal mit Skepsis angefangen. Doch es war wieder eine Freude, das Buch zu lesen, wie jedes einzelne Buch dieses fantastischen Autors. Alexander ist eine rührende, berührende Geschichte über Menschenrechte, die nicht nur clevere ›Kinder‹ zum Denken anregt. Betrachte ich mir momentan einen großen Teil der deutschen Gesellschaft, ist dieses Buch jedoch auch vielen Erwachsenen ans Herz zu legen. Genau für die Menschen, die der Demokratie überdrüssig sind. Die von Freiheit, Gleichheit und Meinungsfreiheit nichts mehr halten und das Grundgesetz erst einmal durchblättern sollten, bevor sie die Grundfeste der deutschen Demokratie einreißen möchten. Das Buch hat mich tief bewegt, weil die Geschichte aus der Sicht eines unverdorbenen, klugen Jungen geschildert wird, der Despoten, Scharlatane und Schaumschläger als das erkennt, was sie sind. Der jedem Menschen jedoch Freiheit, Meinungsfreiheit, Gleichheit, Entfaltung der Persönlichkeit und vor allem die menschliche Würde wünscht. Auf seiner Suche nach gerechten Gesetzen, spricht er mit ganz verschiedenen Leuten, erfährt ihre Prioritäten und überzeugt am Ende einen strengen König, der sich dadurch für den Frieden entscheidet.
Die Serie Grenzfall, mit den beiden Ermittlern Alexa Jahn und Bernhard Krammer habe ich erst mit Band 6 entdeckt. Nun, eines muss man der Autorin lassen: Die beiden Protagonisten sind einfach sehr sympathisch und mit all ihren Sturheiten, Macken und dem Herzblut, mit dem sie ihren Fällen nachgehen, sogar realistisch. Außerdem sind sie Tochter und Vater, sie Polizistin in Bayern und er beim LKA in Tirol. Wobei es bei Oskar, Alexas Wunderhund, der Lassie Konkurrenz macht und fast sprechen kann, mit der Realität schon wieder aufhört. Der Fälle sind spannend und mehrgleisig erzählt und doch irgendwie hängen sie zusammen. Und bis zur Mitte ist alles sehr nachvollziehbar, leider überzieht der Krimi in der zweiten Hälfte für mich etwas. Es kommt einfach zu viel zusammen, doch wenn Sie solch komplexe Krimis mögen, sind die bei Anna Schneider genau richtig. Vielleicht hätte ich mit Band I beginnen sollen und wäre dann etwas begeisterter. Aber nicht falsch verstehen, es ist ein solider Krimi, der bestimmt seine Fans hat, und es ist eine Leseempfehlung.