Eine politische Satire zwischen Rebellion, Gegenwartsdiagnose und Jugendlektüre. Als ich das Buch „Die Känguru-Rebellion“ vom Ullstein Verlag erhalten habe, habe ich mich gefragt, ob die Einordnung des Buches als „Jugendliteratur“ schon als Satire gemeint sein oder mich nur zum Schmunzeln bringen. Auch wenn dieses Buch auf einen Personenkreis mit politischer Bildung abzielt (es reicht Tagesschau oder Heute Wissen) würde ich mich sehr freuen, wenn viele Jugendliche sich dieser Literatur annehmen. Eigentlich sollte dieses Buch im Unterricht behandelt werden. Denn mit dieser frechen, lockeren, satirischen Aufmachung über Probleme in unserer jetzigen politischen Situation, kann man das Jugendlichen bestimmt gut vermitteln. Ein Anfang, um unsere junge Generation kritisch mit den Äußerungen, Versprechen, Rücknahmen, Handel und Nichthandeln umgehen zu lassen. Was gibt es da Besseres als Satire, die uns zum Lachen bringt, und uns gleichzeitig erkennen lässt, dass die Realität gar nicht zum Lachen ist?
Autorenfoto: Copytright ® Sven Hagolani
Marc-Uwe Kling schreibt Bücher (Kinderbücher, meine Satire). Zu seinen bekanntesten Werken gehören „Die Känguru-Chroniken“, „QualityLand“, „Das Neinhorn“, „Views“ und „Spurenfinder“. Mit „Die Känguru-Rebellion“ legt er Teil 5 Der Känguru-Reihe vor. Er lebt und arbeitet in Berlin.
Bernd Kissel hat die „Känguru-Comics“ und „Spurenfinder“ illustriert und ist seit vielen Jahren als Zeichner von regionalen und überregionalen Comics tätig. In dieser illustrierten Ausgabe unterstreichen seine Comics die Satire von Kling ganz besonders.
In diesem Buch ist das kommunistische Känguru mit den gesellschaftlichen Zuständen unzufrieden und startet gemeinsam mit dem Kleinkünstler aus seiner WG eine Rebellion. In kurzen, abwechslungsreichen Episoden treffen politische Diskussionen auf absurde Alltagssituationen. Marc-Uwe Kling arbeitet dabei vor allem mit schnellen Dialogen, Wortspielen und Übertreibungen. Die zahlreichen Illustrationen von Bernd Kissel lockern den Text zusätzlich auf und verstärken viele Pointen. Besonders gelungen ist die Satire auf die aktuelle Politik. Das Buch verspottet große Reformversprechen, komplizierte Kompromisse und politische Schlagwörter, die oft überzeugender klingen als die tatsächlichen Ergebnisse. Dadurch lässt es sich gut auf die heutige Bundesregierung beziehen, die Lösungen für wirtschaftliche, soziale und gesellschaftliche Probleme finden muss, dabei aber häufig widersprüchliche Erwartungen erfüllen soll, und wie Lobbyisten sich immer wieder durchsetzen. Kling zeigt humorvoll, wie groß der Abstand zwischen Regierungssprache und dem Alltag vieler Menschen sein kann. Auch soziale Medien, Desinformation und politische Radikalisierung werden kritisch aufgegriffen. Die Pointen decken auf und regen zum Nachdenken an. „Die Känguru-Rebellion“ ist eine unterhaltsame, scharfzüngige und sehr aktuelle politische Satire. Marc-Uwe Kling und Bernd Kissel verbinden Humor mit deutlicher Gesellschaftskritik und fordern das Publikum auf, politische Aussagen kritisch zu hinterfragen. Auch wenn das Buch mehr auf Erwachsene abzielt, kann ich es unserer Jugend nur empfehlen. Unbedingt lesen. Dann seid ihr am Zeitgeschehen. Es geht auch um eure positive Zukunft. Ach, jetzt verstehe ich den Verlag, warum es als Jugendbuch geführt wird. Marc-Uwe Kling will, dass die Jugend sich damit befasst!
Marc-Uwe Kling, Bernd Kissel, Die Känguru-Rebellion, Ullstein, ISBN: 987-3-69086-020-8, Paperback, Klappenbroschur, Seiten 327, € 17.00, erschienen 25.08.2026.
Otfried Preußler ist mit seinen Kinderbüchern, wie »Die kleine Hexe« oder »Räuber Hotzenplotz«, aber auch Jugendbüchern wie »Krabat« ganz vielen Lesern ein Begriff. Und auch die Geschichten über den kleinen Wassermann sind entzückende Kindergeschichten, die sich bereits 3 Millionen Mal verkauft haben. Zum Jubiläum, denn die Veröffentlichung des ersten kleinen Wassermann-Buchs ist siebzig Jahre her, hat Otfried Preußlers Tochter Regine Stigloher nach den Ideen ihres Vaters neue Geschichten geschrieben. Zusammen mit dem Illustrator Daniel Napp entstand wieder eine entzückende Geschichte über den Mühlenweiher für Kinder ab 4 Jahren.
Schon der Titel macht klar: Al Dente As F*ck will kein ehrfürchtig flüsterndes Standardwerk für die Vitrine sein. Bruna Bonaca und Emanuele Mazzaroppi – die beiden Köpfe hinter Pastology – treten als zwei sympathisch kompromisslose Pasta-Freaks auf. Ihr Ton ist frech, ihre Haltung rebellisch, doch beim Teig hört der Spaß auf: Hier zählen Präzision, Fingerspitzengefühl und die Bereitschaft, Mehl, Wasser und Ei wirklich zu verstehen. Ich habe schon sehr viele Bücher über Pasta, Nudeln und Teigwaren gelesen, und mich oft gefragt: Benötigen wir das noch? Es waren gute, schlechte, besondere, interessante und auch sehr gute Bücher dabei. Doch nun liegt ein Buch vor mir: „AL DENTE AS F*CK von Bruna Bonaca und Emanuele Mazzaroppi. Diese beiden sind keine Köche, sie sind Pasta-Freaks. Ihre manische Passion nur selbstgemachte Nudeln aus perfektem Teig, perfekter Formung, richtiger Salzmenge und perfektem Garpunkt – Al Dente, nur dann kann die Pasta die Sauce tragen. Schon beim Lesen ist man gefangen von ihrem beiderseitigen Enthusiasmus im Umgang mit Mehl/Grieß und Wasser oder Mehl und Ei. Dazu die handwerkliche Geduld, das Ertasten, Erfühlen des Teiges, wie wichtig die richtige Konsistenz ist. Ich selbst habe Köche nicht nach ihrem Können beurteilt, sondern danach, ob sie ein Gefühl für ihre Gerichte entwickeln. Diese schmecken trotz handwerklicher Fehler automatisch. Bei den anderen Köchen machen die Gerichte noch nicht mal satt, weil man sie nicht aufisst. Lassen Sie sich von Bruna Bonaca und Emanuele Mazzaroppi verführen und mitreißen.
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Man muss sich bei diesem ersten Teil einer neuen pseudo-japanischen Fantasiereihe stets vor Augen halten, dass es Mister Tamakis erster Roman ist. Ich vermute, er war Drehbuchautor in Hollywood, denn für ein Debüt ist der erste Teil seiner Fantasie-Trilogie wirklich ausgezeichnet. Es erinnerte mich an die Romane des Otori-Clans von Lian Hearn, die wirklich genial waren. Auch wenn der Autor sich mit den vielen japanischen Namen, Bezeichnungen und auch den Beschreibungen der Ländereien manchmal über den Horizont des Lesers hinauswagt – da helfen auch kein Namensglossar am Ende und keine Karte am Anfang –, so kommt man Seite für Seite tiefer in diese Welt der Fantasie hinein. Die Protagonisten, vor allem die Guten unter ihnen, sind sorgfältig gewählt und zeichnen sich am Anfang der Geschichte fast alle durch Unsicherheit aus. Ein wunderbarer Auftakt für eine große Trilogie, denn wir kennen das von Epen wie ›Der Herr der Ringe‹ oder auch ›Game of Thrones‹, dass die wahren Helden erst nach langem Ringen, ihre wahre Kraft und mutig ihr Schicksal finden.
Es fängt ganz klein an. Man probiert einen Whisky, oh … das ist aber interessant. Bekannte und Freunde bieten plötzlich Whisky an, man bekommt immer mehr Gefallen daran, man geht zu Whisky-Verkostungen und Whisky-Messen, bis man meint, unbedingt Irland, Schottland und speziell Isle of Islay zu besuchen. Man geht zu den bekanntesten Destillerien: Ardbeg, Laphroaig, Bruichladdich, Lagavulin, Bowmore, Bunnahabhain und viele mehr. Ein Traum, sich dort durchzuprobieren, und dann kommt es: Man kann flaschenweise die Whiskys erwerben oder halbe oder ganze Fässer kaufen, ganze, dort lagern lassen, bis sie die Lagerzeit erreicht haben, lässt sie in einem bestimmten Fass, Rotweinfass-Finish, Sherryfass, Portweinfass etc. und bekommt dann seinen Whisky geliefert. Entweder man trinkt alles selbst, verschenkt ihn an Freunde oder versucht ihn zu verkaufen. Bleibt ein Gewinn übrig? Und wie ist es mit dem Erwerben von Whiskys aus aller Welt: Japan, Dänemark, Irland, Wales, Deutschland? Lohnt es sich dort, bestimmte Mengen sich zuzulegen und nach entsprechenden Jahren wieder zu veräußern, gerade wenn der spezielle Jahrgang limitiert oder eine Sonderedition ist? Gibtes eine Börse für meinen als Anlage gehorteten Whisky? Hier die Antwort für jeden Whiskyfan von Philipp Racher „Whisky – Flüssiges Gold“. Mit Whisky-Investments nachhaltig Vermögen aufbauen oder Whisky – Meine Aktie!

Immer mal wieder stellen wir auch ein etwas älteres Buch vor. Dieses Mal ist es einer der mittlerweile doch sehr bekannten Krimis von Alex Beer aus der Reihe um die Detektei von Mathilde Voss und Felix Blom. Die beiden sind gebrannte Kinder, die im kalten Winter 1879 kaum das Holz zum Heizen haben. Felix Bloom, der Schatten von Berlin, war ein Meisterdieb und lebte in sehr gehobenen Verhältnissen, bis er drei Jahre in Moabit absitzen musste. Mathilde Voss fand den Absprung aus einem der beliebtesten Bordelle in Berlin. Doch ihre Detektei läuft nicht, denn das Büro liegt in einem der ärmsten Viertel. Hunger und Kälte zwingen Sie nun, aktiv auf ihre Kunden zuzugehen. Daher schleichen Sie sich gut gekleidet auf eine noble Hochzeit ein und tatsächlich können sie einen Auftrag ergattern. Auf dem Berliner Friedhof wurde in eine Gruft eingebrochen, ein Sarg geschändet, aber nichts gestohlen. Man ist bereit, gut zu zahlen, wenn die Frage des Warums für die schockierte Witwe geklärt werden kann.
„Archäologie ist mehr als graben. Wenn sie wirklich erklären will, wie der Alltag früher aussah, muss sie sich den Erfahrungen der Menschen widmen.“ Sam Kean