Wenn man als reiferer Mensch nicht unbedingt die Erziehungsverantwortung für Kinder hat, macht es Freude, kleine Kinder zu beobachten und zu sehen, wie sie miteinander umgehen. Dass die Kleineren die größeren Geschwister nachahmen ist logisch und somit lernen sie voneinander, ohne dass die Eltern eingreifen.
Bei uns gegenüber ist ein junges Pärchen mit zwei kleinen Kindern eingezogen. Da wir in einer Spielstraße wohnen, spielt sich das Leben bei uns vor der Haustür ab und wir dürfen an dem Aufwachsen der beiden Mädchen (5 Jahre und 3 Jahre) teilhaben. Da die Fünfjährige sehr geschickt ist, hat sie früh Fahrradfahren ohne Stützräder gelernt. Die Kleine kam natürlich auch gleich und sagte: „ICH AUCH!“. Macht die große Schwester ein Puzzle, kommt die Kleine mit ihrem: „ICH AUCH!“ Wenn das dann der der älteren Schwester zu viel wird oder sie sich nur gestört fühlt, lehnt sie ihre Schwester mit dem üblichen Geschrei ab. Zuletzt passierte es dann, dass die Kleine zum Puzzle dazu gestoßen ist und gleich von Anfang an meinte: „NUR GUCKEN!“ Genau solche Situationen hat Ben Mantle in diesem Buch, „Der allertollste Bruder“, verständlich dargestellt und sehr anschaulich selbst illustriert.

Robert D. Kaplan: „Dieses Buch als spannend zu bezeichnen, würde die Bedeutung fast schmälern. Es ist ein Buch, wie es nur einmal in einer Generation erscheint.“
Och nein, ist dieses Buch wirklich schon zu Ende? Kennen Sie das, liebe Leser, ein Buch, von dem man sich wünscht, dass es immer so weitergeht! Zu solchen Büchern gehört „Methusalem kauft Artischocken“. Es ist eine fesselnde, bizarre und vor allem kluge Geschichte über einen einhundertdreiunddreißig Jahre alten Mann in Rom. Und ja, ich glaube, es braucht einen Italiener, um solch einen wunderbaren Roman zu schreiben. Marco Presta hat mit diesem Buch eine Jahrhundertgeschichte geschrieben, die nicht nur mit privaten und geschichtlichen Rückblicken verzaubert, sondern auch die heutige Gesellschaft scharf beobachtet. Mit viel Liebe und Geduld stattet er seinen alten Mann Enrico aus, mit Verantwortungsbewusstsein und Pflichtgefühl seinen Ispettore Gizzi, der sich im Laufe der Geschichte noch ganz anders entwickelt, und dann gibt es da Eunice. Bei der Haushälterin braucht es Zeit, sie zu durchschauen.
Vor drei Tagen stellte ich bereits den Titel ›Eltern heisen Eltern weil sie Elter sind‹ vor. Heute möchte ich gerne auch noch dieses kleine Buch vorstellen. Es ist das gleiche Prinzip, der Kindermund erklärt die Welt mit hübschen Zeichnungen der Kleinsten. Auch dabei bleibt kein Auge trocken, denn allein, wenn Sie sich den Titel ansehen, wissen Sie, was ich meine. Die kleinformatigen Bücher sind gebunden und dafür, dass sie so viel Freude bereiten, haben sie einen erschwinglichen Preis. Ideale kleine Geschenke, falls Sie noch dringend etwas suchen.
Dies ist der Auftakt zu einer neuen Kinder- und Jugendbuchreihe von Fabian Lenk. Das Buch hat alles, was ein spannendes Jugendbuch ausmacht. Abenteuer, Magie, eine Kriminalgeschichte und der unverwüstliche Zusammenhalt von drei Geschwistern, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Als Yana, Yamon und Anouk ihren Onkel, Professor Klawitter, in ein Pharaonengrab im Tal der Könige begleiten, fällt ihnen eine alte Papyrusrolle in die Hand. Der Text scheint eine Art magische Formel zu sein, denn kaum hat Anouk sie ausgesprochen, verwandelt sie sich in eine Raubkatze. Bei erneutem Sprechen der Formel, ist sie wieder ein Mensch. Natürlich können die Zwillinge Yana und Yamon sich nicht zurückhalten und versuchen es ebenfalls. Yamon nimmt die Gestalt eines Hundes an, der Anubis, den Totengott, darstellt und Yana wird ein Falke wie der Kriegsgott Horus, während Anouk zur Katzengöttin Bastet wird. Überglücklich über ihre neuen großartigen Fähigkeiten, sich zu verwandeln, merken sie nicht, dass man sie in der Grabkammer belauscht hat. So hat auch der Verbrecher Dragor dieses Geheimnis entschlüsselt. Er jedoch verwandelt sich in hunderte kleiner Mistkäfer, die bei den alten Ägyptern als Skarabäus verehrt wurden. Aber was ein echter Krimineller ist, der kann sogar die Verwandlung zum Mistkäfer für seine Raubzüge verwenden. Nur hat er nicht mit seinen tierischen Gegnern gerechnet, die ihn durch ganz Kairo verfolgen, um den gestohlenen Schatz aus dem Museum wiederzubekommen.

Soeben habe ich Endzeit verschlungen. Es ist der vierte Teil der Ted Garner-Reihe. Auch wenn es ein Roman ist, kann man die reale Wirklichkeit herauslesen. Beeindruckt bin ich von der Geschichte wie auch von Frauke Buchholz, die durch ihre jahrelangen Aufenthalte in Kanada auch den Mut hatte, so ein brisantes Thema in ihrem Thriller aufzunehmen, um es uns so näherzubringen. Gerade in welcher Art und Weise Frauke Buchholz die Geschichte der First Nations in Kanada aufgreift und die unfassbare Vergangenheit in Kanada mit Unterdrückung, Rassismus und Zwangseingliederung aufdeckt. Wir erfahren erst in letzter Zeit über die Medien, wie der Landraub vonstatten ging und mit welcher Gewalt bis in die heutige Zeit mit den indigenen Völkern umgegangen wird.