Ach nee, schon wieder ein Vegetarier-Kochbuch? Nein, ganz im Gegenteil, die vegetarische Küche wird immer wichtiger und viele der jungen Leute machen es uns bereit richtig vor. Auch bei meiner Generation hat sich mit dem Fleischkonsum einiges verändert. Einmal die Woche geht auch, ist gut für den Körper und schonend für Tiere und Umwelt. Die notorischen Dinosaurier am Fleischgrill kommen auch noch dahinter. Bei Frau Hiekmann geht es darum, das Beste aus Gemüse herauszuholen und vor allem keine Langeweile aufkommen zu lassen. Mit Pairing-Tabellen, die Saisongemüse mit Früchten, Kräutern, Gewürzen und jeweils einem raffinierten Trick zusammenbringen, hat man schon mal ein wunderbares Grundgerüst. Nun wird in Zubereitungsarten unterteilt: aus der Pfanne, dem Ofen, dem Topf, aus der Schüssel, auf die Hand und am Ende was Süßes. Was will man mehr? Die Rezepte sehen und hören sich lecker an und am wichtigsten für viele Küchenmeister: Es sollte nicht zu kompliziert werden. Sowohl Zutaten, als auch die Basics bekommt man in allen Läden und muss gar nicht erst in spezielle Asia- oder Biomärkte. Die ideale Sache für dieses Kochbuch ist wohl ein wöchentlicher Gemüsekasten direkt vom Bauern. Denn egal, was Saison hat, ein Rezept lässt sich in diesem Kochbuch finden. Und bei fast jedem der Gerichte wird Ersatzgemüse vorgeschlagen, wenn mal gerade keine Jahreszeit für Spitzkohl und Co. ist.
Mir hat das Kochbuch sehr zugesagt, ich werde mich an allem versuchen und freue mich zusätzlich auf selbstgemachte Mayonnaisen und Dips. Es ist auch ein wunderbares Geschenk für die vegetarisch lebende Freundin oder den Freund.
Schatteneis ist nicht nur ein Thriller. Der Roman verbindet die traurige Geschichte der Inuit, nachdem die Dänen sie ähnlich strikt zur Kultur bekehren wollten, wie damals die Ureinwohner in Kanada und Alaska, mit gruseligen Serienmorden in Kopenhagen. Marit Rauch Iversen, selbst ein adoptiertes Inuit-Kind, arbeitet für die Polizei als Super-Recognizerin und hätte niemals gedacht, dass gerade ihre Adoptiveltern mit diesen Untaten zu tun hatte. Und anscheinend hat es ein Serienmörder genau auf die alten Geheimbunde, die aus Ärzten, Politikern und Polizisten bestand abgesehen. Noch bevor sie ihren Stiefvater fragen kann, wird er auf grausame Weise ermordet. Stück für Stück deckt Marit die Staatsgeheimnisse auf und stolpert über eine noch schlimmere Angelegenheit. Dem Absturz eines amerikanischen Militärflugzeugs in den Achtzigern in der Arktis, welches mit Atomsprengköpfen bestückt war. Bis auf eine dieser gefährlichen Bomben wurden damals alle gefunden und hier kam ihre leibliche Mutter ins Spiel. Denn wer sollte im ewigen Eis wohl besser eine Bombe suchen als eine Inuit. Aus dem Thriller, der mit rituellen Serienmorden beginnt, wir immer mehr eine Spionagestory, die sowohl den Osten mit der damaligen DDR, als auch die CIA nicht außen vorlässt.
Endlich hält ein Sternekoch mal sein Wort und hält sich an seinen Titel und an seine Rezepte. Dieser sehr feinfühlige Koch, Maurizio Oster, mit der etwas burschikosen Art, zeigt mit „Die große Freiheit“ eine sehr menschliche und sympathische Seite seiner Person und Küche. Fern von kulinarischer Eitelkeit, nah am Alltag und voller Respekt für gute Zutaten. Gerade darin liegt die große Stärke dieses Buches. Maurizio Oster kocht nicht, um zu beeindrucken, sondern um Menschen an einen Tisch zu bringen. Seine Gerichte wirken unkompliziert, fast bescheiden, und doch spürt man in jeder Idee die Erfahrung eines Kochs, der weiß, dass echter Geschmack nicht aus Übertreibung entsteht, sondern aus Klarheit, Sorgfalt und dem Vertrauen in das Produkt. Leider ist für mich das Layout nicht einladend. Nur in Schwarz-Weiß mit orangefarbener Schrift. Wer Maurizio Oster nicht kennt, läuft wahrscheinlich im ersten Moment an diesem Buch vorbei. Ich hoffe trotzdem, dass dieses Buch „Die Große Freiheit“ ein voller Erfolg wird, denn Maurizio Oster hat es verdient, bei diesen simplen Gerichten mit dem geilen Geschmack.
Was für eine Leistung: Alexander Oetker begnügt sich nicht mit seinen schon etablierten Krimis mit Luc Verlain an der französischen Atlantikküste und mit Signora Commissaire in der Toskana, nein, er hat ein neues Ermittlerduo an der Côte d’Azurzusammengestellt, das mit dem Auftakt gleich für Furore sorgt. Alexander Oetker muss in meinen Augen nur am Schreiben sein. Hochachtung vor den Ideen und Recherchen, um ein Thema so zur Vollendung zu bringen. Der neue Kriminalroman „Léon und die Frau im blauen Kleid“ ist weit mehr als ein klassischer Ermittlerkrimi. Alexander Oetker verbindet in diesem Auftaktband eine neue Reihe um Commissaire Léon de Cavallier, der ein ungewöhnlicher Protagonist ist: sehr reich, elegant, arrogant, snobistisch, aber hochintelligent. Fährt Ferrari, trägt Maßanzüge, Lebemann mit Champagner und gutem Essen, der lieber allein ermittelt als auf Teamarbeit steht. Dagegen die Commissaire Nadia Bentaleb, aus der Banlieue von Paris stammend, die sich nach Nizza hat versetzen lassen. Pragmatisch, bodenständig. Diese Gegensätze benutzt Alexander Oetker geschickt, um Reibung zu erzeugen. Gerade dieser Gegensatz macht den Roman atmosphärisch dicht. Die schillernde Welt der Reichen mit Korruption, Drogenhandel und Machtmissbrauch vor dem Hintergrund der Postkartenfassade.
Der Kurator ist jemand, der etwas betreut und der Öffentlichkeit zugänglich macht. Was ist, wenn ein Kurator seine Leichen zur Schau stellt? M.W. Craven gelingt es mit „Der Kurator“, einen spannungsgeladenen Thriller zu schreiben, der seine Leser von der ersten bis zur letzten Seite fesselt. Die Geschichte dreht sich um Detective Sergeant Washington Poe, der in einer düsteren Mordserie in Cumbria ermittelt. Die Morde sind grausam und verstörend – die Opfer werden auf makabre Weise zur Schau gestellt, und an den Tatorten findet sich jeweils ein Hinweis: eine Nummer ohne offensichtliche Bedeutung. Zusammen mit der brillanten, aber sozial ungeschickten Analystin Tilly Bradshaw versucht Poe, das Geheimnis hinter den Zahlen zu entschlüsseln und den Täter zu fassen.
Maifliegen ist ein inniges und berührendes Buch über eine schottische Männerfreundschaft. Es ist eine Geschichte, die manchmal mit viel Komik, tieferschweifenden philosophischen und politischen Gedanken und am Ende auch mit ans Herz gehenden Worten erzählt wird. Dennoch betritt man dieses Terrain, als Frau und als nicht in dieser Zeit in England und Schottland aufgewachsener Mensch, mit einigem Erstaunen. Denn das in der ersten Hälfte des Buches beschriebene Wochenende auf dem New Musical Festival des Punkrocks in Manchester 1986 fiel in Thatchers Amtszeit. Und der umgreifende Thatcherismus hatte bereits die Arbeiterklasse erfasst. Armut, Verelendung und tiefgreifender sozialer Verfall waren in den Stahlindustriestädten Manchester und Glasgow bereits an der Tagesordnung. In dieser Zeit der allgemeinen Hoffnungslosigkeit und Depression wachsen Tully, Noodles und ihre Freunde auf. Und wie es bei Jugendlichen um die achtzehn Jahre nun mal so ist, können Partys, Mädchen und Musik das Leben in ein Abenteuer verwandeln, das nur in der Ekstase und dem vibrierenden Taumel der Jugend erlebt werden kann.
Die Insel Neuwerk ist dreizehn Kilometer von Cuxhaven entfernt, liegt im Nationalpark Hamburgisches Wattenmeer und gehört der Stadt Hamburg. Die Stadt Hamburg betreibt dort ein Schullandheim, zu dem die Stadt Schüler im Sommer zum Schulausflug entsendet. Bei Ebbe kann man zu Fuß (angebracht mit Führer), per Pferdekarren und heute mit Unimogs durchqueren. Bei Flut ist die Insel nur mit Schiffen zu erreichen. Bei Sturm ist die Insel abgeschlossen und keiner kann von dort weg. Dann müssen die 25 Einwohner und Touristen autark zurechtkommen. Strom und Wasser werden über einen eigens eingerichteten Generator gewonnen. In „Fünf Freunde“ von Romy Fölck werden die Leser und Leserinnen auf die raue Insel Neuwerk entführt, wo die fünf Hauptfiguren nach Jahrzehnten wieder zueinanderfinden. Ein plötzlicher Sturm schließt die Gruppe von der Außenwelt ab – Wind peitscht über die Salzwiesen, das Meer rauscht bedrohlich an die Deiche, und die alten Gemäuer des Hauses bieten kaum Schutz vor der drückenden Atmosphäre vergangener Erinnerungen. Während die Welt draußen unzugänglich wird, bleibt den Freunden nichts anderes, als sich den Geschehnissen zu stellen, die vor dreißig Jahren ihr Leben geprägt haben.
Zitat: „Ich sage immer, meine Kindheit war absolut menschenunwürdig. Mit vierzehn Jahren habe ich bereits in 27 unterschiedlichen Heimen und Pflegefamilien gelebt. Das bedeutet, ich bin 54-mal verschoben worden. Zwischendurch war ich immer mal wieder bei meiner Mutter. Doch auch dort war ich Gewalt, Demütigung und noch sexuellem Missbrauch durch den Stiefvater ausgesetzt.“ Zitat Ende
Das 100. Kochbuch von Martha Stewart – eine Hommage an ein außergewöhnliches Lebenswerk. Die 100 besten Rezepte als Spiegel von Erfahrung, Leidenschaft und zeitloser Eleganz. Martha Stewart hat mit ihrem 100. Kochbuch nicht nur einen weiteren Meilenstein gesetzt, sondern eine Sammlung geschaffen, die ihre immense Erfahrung und ihre Liebe zum Kochen widerspiegelt. Dieses Werk ist das Ergebnis jahrzehntelanger Leidenschaft und Hingabe, und jedes Rezept zeugt von ihrem unermüdlichen Streben nach Perfektion. Mit viel Empathie für ihr Lebenswerk fällt es leicht, zu erkennen, wie sehr Martha Stewart auch im fortgeschrittenen Alter ihre Kreativität und Inspiration bewahrt hat.